Film vs. Buch – Dem Horizont so nah

Hallöchen!

Das ist mein erstes Buch vs. Film Format und ich denke ich werde sofort dem Klischee erliegen und das Buch mehr Loben als den Film. Obwohl beides wirklich gut war!! Aber dazu gleich mehr…

Das Buch und der Film basieren auf einer wahren Begebenheit, die Autorin des Buches, Jessica Koch, erzählt hier nämlich einen Teil ihrer Lebensgeschichte. Im Herbst 1999 lernt sie Danny kennen, der HIV positiv ist und die beiden verlieben sich ineinander. Das Problem ist, damals war das Leben mit HIV noch nicht so unkompliziert möglich, wie heute. Und im Grunde geht es im Buch genau darum, wie Jessica und Danny einen kleinen Teil eines kurzen Lebens miteinander verbringen. Es ist eigentlich von Anfang an klar, dass es hier bei kein Happy End gibt!!! Aber für Menschen wie mich, die von Danny nicht genug bekommen können gibt es noch zwei Bücher über sein Leben vor Jessica – Also kein endgültiges Ende!!!

Darum geht´s

Die Einzelheiten sind in Film und Buch nicht ganz identisch, deshalb hier nur eine grobe Zusammenfassung: Danny hat früher mit seiner Familie in den USA gelebt, ist dann aber nach Deutschland gezogen. Sein Vater hat als er 11 war, angefangen ihn zu missbrauchen und ihn so mit HIV angesteckt. Seitdem versucht Danny seine restliche Lebenszeit noch zu genießen, eben weil sein Ende in Sichtweite ist. Er ist erfolgreicher Kickboxer und Model und hat damit eigentlich finanziell vorgesorgt. Jessica hingegen ist behütet bei ihrer Familie aufgewachsen und führt bis dato ein normales, eher unspektakuläres Leben. Danny und Jessica lernen sich auf einem Jahrmarkt kennen, und die beiden finden sich sofort anziehend, Danny hält Jessica aber auf Grund seiner Krankheit auf Abstand. Mit der Zeit kann er die Fassade nicht mehr aufrecht erhalten und die Beiden fangen an sich zu treffen, da lernt Jessica dann Tina kennen, seine Mitbewohnerin. Auch sie hatte es in ihrer Kindheit nicht leicht, sie wurde von ihrem Vater missbraucht, wurde drogensüchtig und hat eine Zeit lang als Prostituierte gearbeitet. Danny hat ihr damals da raus geholfen. Mittlerweile hat sie ihr Leben aber scheinbar wieder unter Kontrolle, Danny ist aber immer noch ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Sie weiß von seiner Vergangenheit und seiner Krankheit, deshalb misstraut sie Jessica anfangs.

Jessica weiß zuerst nichts von Dannys Krankheit, aber sie ahnt, dass da was im Busch ist. Nach einem Sturz zum Beispiel, als er blutet ist er total aufgebracht, obwohl es von außen betrachtet „nur “ ein Kratzer ist. Er aber hat Angst Jessica zu infizieren und hält sie deshalb auf Abstand. Danny erzählt ihr nichts von seiner Krankheit, weil er eben weiß, dass sie bald ausbrechen wird und er dann nicht mehr viel Lebenszeit hat, außerdem hat er die Große Angst sie auch noch anzustecken. Als Jessica dann aber von seiner Krankheit erfährt, entschließt sie sich (gegen seine Befürchtung) bei ihm zu bleiben.

Der Film

Ich war zuerst im Kino, und hatte noch keine genaue Vorstellung worum es im Film oder Buch überhaupt geht (ich weiß ich bin mal wieder ungewöhnlich spät dran, weil das Buch schon seit Jahren gehypet wird)

Darum erst mal die Bewertung zum Film:

Der Film konzentriert sich eher auf die romantische Ebene zwischen Danny und Jessica. Denn 120 Minuten ist viel zu Wenig Zeit um den gesamten Krankheitsverlauf und alle Emotionen, die sich in dieser Zeit entwickeln, auf die Leinwand zu bringen. Aber für einen Film ist er wirklich gut gemacht. Vor Allem Jannik Schümann und Luna Wedler in den Hauptrollen sind sehr passend gewählt.

Es wird sehr viel Zeit im Film darauf verwendet, Jessica und Danny zusammen zu bringen und die Krankheit wird weniger thematisiert. Es ist natürlich schwer so eine komplexe Handlung zu verfilmen, außerdem kann es ähnlich assenhen wie „ein ganzes halbes Jahr“ oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

Alles in Allem finde ich den Film gut, obwohl er den ersnt der Lage nicht so ganz erfasst, er ist eher auf den Romatischen Teil fokussiret.

Das Buch

Das Buch ist viel ausführlicher als der Film, und je mehr Infos ich hab, desto eher kann ich mit den Protagonisten mitfühlen.

Besonders mitgenommen haben mich die Szenen in denen Danny physisch und verbal angegriffen wurde. Er wird sehr oft mit dem Vorurteil konfrontiert dass nur Schwule HIV positiv sein können, dabei hat keiner der Menschen, die mit solchen vermeintlichen Wahrheiten um sich schmeißen, auch nur ansatzweise eine Ahnung, was Danny durchgemacht hat. Und dass es keines Wegs seine Schuld ist, dass er Krank ist. Das hat mir gezeigt, wie oberflächlich unsere Gesellschaft ist. Wir stecken Menschen in Schubladen, ohne dass wir ihre Päckchen kennen. Und das ist ziemlich unfair, oder?

Besonders im Buch wird dieses unmögliche Benehmen in diversen Szenen aufgezeigt, Danny bekommt Drohungen, wird verprügelt und ausgeschlossen, und die meisten Menschen stehen nur daneben und schauen zu. Es waren verschiedene Szenen dieser Art, die mich zu einem Punkt geführt haben, an dem mir klar wurde, dass wir oft Dinge sagen oder Denken ohne sie zu hinterfragen. Denn heute ist HIV längst nicht mehr tödlich und es gibt keinen – aber auch überhaupt gar keinen Grund – deshalb Menschen aus der Gesellschaft auszuschließen oder sie als Minderwertig anzuerkennen. Denn jeder von uns hat seine Geschichte und jeder verdient es gerecht behandelt zu werden. Allein für diese Erkenntnis, ist dieses Buch Gold wert!!!

Sowohl Film als auch Buch, bringen mit Vorurteilen behaftete Randgruppe unserer Gesellschaft ins Spiel und lösen diese Vorurteile auf. Generell habe ich beim Lesen sehr viel über unsere Gesellschaft nachgedacht und zwischen drin auch den Glauben an diese verloren. Weil wir manchmal so furchtbar Vorurteils behaftet sind und jeden sofort in eine Schublade stecken, merken wir gar nicht, dass einen Mensch so viel mehr ausmacht als das was wir auf den ersten oder zweiten Blick sehen.

Fazit

Ich finde das Buch ein wenig besser als den Film, denn inhaltlich ist es ergreifender und hat mich mehr zum Nachdenken gebracht als der Film. Der Film war einfach ein bisschen sorgloser – also soweit wie es bei so einem Thema halt geht – und man konnte den Ernst der Lage nicht so extrem greifen wie im Buch. Das liegt einfach daran, dass das Buch mehr Zeit hat die Situation zu beschreiben, als der Film. Ich kann euch beides empfehlen!!

Buch

⭐⭐⭐⭐⭐

Film

⭐⭐⭐⭐

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