Rezension – „Schamlos“

Vielen Dank an den Thienemann – Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar, das wird meine Meinung aber in keinster Weise beeinflussen.

Sofia Srour, Nancy Herz und Amina Bile und haben mit „Schamlos“ tausenden von Mädchen eine Stimme verliehen. Die Drei sind Muslimas und leben in Norwegen und berichten in ihrem Buch über die Erfahrungen, die sie gemacht haben. Sie erzählen von dem Zwiespalt zwischen ihrer Religion und den Erwartungen der Familie und dem Verhalten ihrer norwegischen Mitschüler. Denn irgendwo sind sie immer ein Außenseiter – entweder Familie oder Freunde, und wenn es doof kommt gehört man auf einmal nirgends mehr dazu. Genau dieses Dilemma stellen sie sehr anschaulich dar. Aber dieses Buch ist nicht nur für Muslimas gedacht sondern auch für alle anderen Frauen und Mädchen. Wir können viel von diesem Buch, über die muslimische Lebensweise und Religion lernen.

Es werden viele verschiedene Themen angesprochen, was ich eigentlich gar nicht so erwartet habe, als ich mir das Buch anschaut habe. Es geht nicht nur um Feminismus sondern auch um grundsätzliche Dinge, wie besseren Sexualunterricht, der Umgang mit Psychischen Erkrankungen und Überwachung und Klatsch von Menschen, mit denen man kaum was zu tun hat. Gerade das ist in geschlossenen Millieus oft besonders schlimm, weil sich Halb fremde Menschen in dein Leben einmischen und denken sie wüssten besser über dich Bescheid als du selbst.

Die Autorinnen erzählen auch einige Geschichten aus ihrem eigenen Leben, das mach das Buch noch authentischer und es wirkt nicht mehr wie eine fiktive Geschichte. Die Probleme werden noch um einiges realer, wenn man einen Namen und ein Gesicht zur Story hat.

Auch das sie in Form von Interviews bzw. Dialogen über Sachverhalte diskutiert haben, hat dazu geführt das die Themen nicht nur schwarz weiß gesehen werden sondern auch mit all den Grautönen die es in diesem Falle gibt.
Zwischen durch gibt es auch noch ein paar kurze Geschichten und Bilder, aber hauptsächlich „unterhalten“ die drei sich. Das gefällt mir sehr gut, weil man das nicht alle Tage sieht und das Buch so viel lebhafter wird.
Manche Dialoge haben mich auch ein wenig gelangweilt, aber grundsätzlich finde ich die Schreibweise erfrischend und für das Thema angemessen.

Besonders interessant finde ich den Aspekt, dass es auch Jungen nicht so leicht haben. Denn wir Frauen vergessen manchmal, dass auch Jungen ungerecht behandelt werden!

Fazit

Alles in Allem gefällt mir dieses Buch sehr gut und durch den Schreibstil wirklich außergewöhnlich. Außerdem ist das Buch super wichtig! Egal ob Muslima oder nicht das Buch hilft uns. Denn Unwissen führt zu Vorurteilen, Benachteiligung und Rassismus, so ist der Mensch nun mal er hat Angst vor dem Unbekannten und diesem können wir nur entgegenwirken, wenn wir uns mit dem Unbekannten auseinandersetzten.

Genau deshalb müsst ihr alle das Buch lesen!!!!!

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